Konfrontationsansatz

Stottern durch strukturierte Konfrontation verändern – auf Dauer spontan mitreden können!

Es ist eine bekannte Tatsache, die sich jeden Tag für jeden Stotterer wieder beweist, dass (auch unabhängig vom objektiven Schweregrad der Störung) die Kommunikationsbereitschaft des Betroffenen nicht von seinem Mitteilungswunsch , sondern von seiner Angst, zu versagen bestimmt wird.

Dies führt nicht selten zu einem derart negativen Selbstkonzept, dass oft bereits auf den spontanen Versuch zu sprechen verzichtet wird und (je nach persönlicher Kreativität) ein breites Spektrum an Umgehungs- und Verschleierungsstrategien benutzt wird, bis hin zum völligen Verzicht auf die Beteiligung an der Kommunikation.

Die Haltung "ich kann und darf nur flüssig mitreden" produziert somit permanent ein Gefühl der Unzulänglichkeit und des (mehr oder weniger frei gewählten) partiellen Ausschlusses aus der Sozialgemeinschaft.

Der Stotterer gestattet sich also oft nur mit extremem Aufwand das Mitreden und resigniert meist an seinem Bemühen, integrierter und gleichwertiger Gesprächspartner werden zu können.

Auch in der logopädischen Therapie erwarten viele Patienten zunächst nur Hilfen zur Optimierung ihrer Verdeckungsfähigkeiten und sehen im Therapeuten nur den Spezialisten, der bestimmt und regelt.

Der klassische Van Riper Ansatz ermöglicht zwar eine weitgehende Beteiligung des Patienten am therapeutischen Planen und Vorgehen, er wird jedoch oft so kompliziert dargestellt und auch durchgeführt, dass sich viele Betroffene (und auch Therapeuten) davon überfordert fühlen.

Wir vertreten die Ansicht, dass eine technische Verminderung der Sprechunflüssigkeiten allein, ohne eine grundsätzliche Modifikation des Selbstkonzeptes und der eigenen Rolle in der Kommunikation keine stabile Veränderung bewirken kann.

Deshalb muss der Stotternde sein bisheriges Dogma „nur flüssig kann ich mitreden“ verlassen und erkennen, dass eine angstfreie, entspannte und spontane Kommunikation auch mit Stottern möglich ist.